Prepaid-Mieterstrom

Seit 2015 plane ich für Kunden Mieterstromprojekte.
Mit und aus Leidenschaft für BürgerEnergie.
Mit Erfolg!

Im Sommer 2025 hatte ich Kontakt sowohl mit Dacheigentümern als auch PV-Betreibern, die auf großen Mietshäusern PV-Anlagen betreiben, und die KEINE Mieterstromanlagen realisieren wollen, weil ihnen der übliche Mieterstrom zu aufwändig und risikoreich bezüglich des Eintreiben des Gelds (Inkasso) erscheint. Die betreffenden Mietshäuser in München haben einen hohen Anteil sozial benachteiligter Bewohner, die zwar Wohngeld erhalten. Aber der Strom muss von den Bewohner*innen selber bezahlt werden: die PV-Betreiber fürchten Zahlungsausfälle oder hohen Aufwand beim Eintreiben der Stromrechnungen und waren daher nicht bereit, den Aufwand für Mieterstrom zubetreiben. Schade!

Zugleich wäre gerade für sozial Benachteiligte günstiger Strom (vom eigenen Dach) besonders wichtig und hilfreich! Mit Franz Alt bin ich der Überzeugung:

„Solarstrom ist Sozialstrom!“

Franz Alt im Interview mit Heiko Schwarzburger, Photovoltaik.eu, 2019

Doch wie sind Dacheigentümer und PV-Betreiber zu überzeugen, dass Mieterstrom sicher und mit wenig Aufwand umgesetzt werden kann?

Mieterstrom neu gedacht!

Auf der Intersolar 2025 hatte ich das neue Mieterstromkonzept der „Energieverteileinheiten“ kennengelernt: Hinter dem klassischen Mieterzähler am öffentlichen Stromnetz – also wirklich in der Kundenanlage – können die Verbraucher auf eine zweite Stromlieferung aus einer PV-Anlage mit Speicher zugreifen. Echter Stromwettbewerb also direkt in der Kundenanlage! (Zur Technik siehe weiter unten!)
Mieterstrom via Energieverteileinheit sehe ich als echte, einfache, pragmatische und unbürokratische Alternative zu den klassischen Mieterstromkonzepten nach EEG, mit (physischem / virtuellem) Summenzähler, GGV und anderen Varianten, die in der Praxis anzufinden sind. Auch wenn ich lange Zeit „Fan“ des klassischen Mieterstromkonzepts mit Hausanschlusszusammenlegung und Wandlermessung war. Dies im Hinterkopf dachte ich über die oben dargestellten Sorgen meiner (potentiellen) Beratungskunden nach.

Die Bezeichnung „Energieverteilungseinheit“ als PV-Anlagen- und Zählerkonzept zur Eigen- und Fremdversorgung habe ich der DGS-Broschüre „Neue Chancen für die Photovoltaik“, Seite 47, Nov. 2025, entnommen.

Die Lösung: Prepaid-Mieterstrom!

Die Idee – kurz danach im Sommer 2025 – war so einfach:
wenn die Stromverbraucher den (günstigeren) Strom vorher bezahlen, dann entfällt das Zahlungsausfallrisiko! Seither versuche ich, Lösungen für Prepaid-Mieterstrom zu finden und Anbieter für dieses Konzept zu gewinnen.

Genau wie bei „Prepaid-Strom“ „wird die Energie bei einem Prepaid-Stromvertrag vom Kunden in variablen Mengen erworben und vorab bezahlt.“ Auch die Nachteile, vor denen die Verbraucherzentrale bei Prepaid-Strom warnt, sind bei Prepaid-Mieterstrom nicht vorhanden: dadurch, dass der Verbraucher zwei alternative Stromanbieter in seiner Wohnung nutzen kann wird er den Prepaid-PV-Mieterstrom nur dann wählen, wenn dieser günstiger ist, als sein Netzstrom (bei sozial Schwächeren oft im teuren Grundversorger-Tarif).
Prepaid-Mieterstrom lässt sich voll digitalisieren: bezahlt werden kann per Überweisung, Paypal, Einzugsermächtigung – genauso vielfältig wie bei Prepaid-Strom. Prepaid-Handytarife sind ähnlich und weit verbreitet – das Prinzip funktioniert dort seit langem!

Derzeit sehe ich vor allem Mieterstromkonzepte mit „Energieverteileinheit“ als für „Prepaid“ geeignet an, da durch die Hardware gezielt Strommengen gemessen, geliefert und begrenzt werden können: wenn kein Prepaid-Guthaben mehr vorhanden ist, wird einfach auf die Belieferung aus dem Netz zurückgeschaltet. Vorteil ist, dass es nicht auf die Bestandszähler ankommt und kein Umbau „vor den Zählern“ erforderlich ist. Aus Sicht der Netzbetreiber ist die PV-Anlage in der Regel eine „normale PV-Anlage mit Speicher und Überschuss- oder Nulleinspeisung“. Das Mieterstromkonzept funktioniert unbürokratisch und ohne notwendigen Dienstleister. Kleiner Nachteil: für jeden Verbraucher wird ein wenig Hardware für die alternative Stromlieferung notwendig, die im Zählerraum kundenseitig (hinter den EVU-Zählern) eingebaut werden muss.

Prepaid-geeignete Technik-Anbieter

Ich suche laufend nach weiteren Technik-Anbietern für Prepaid-Mieterstrom! Anbieter bitte bei mir melden, damit ich die Liste weiter ergänzen kann!

Pionierkraft

Pionierkraft (www.pionierkraft.de) ist 2019 als Ausgründung der Hochschule München gestartet und entwickelte eine „private Netzkopplung“ zwischen Kundenanlagen, die auch hinter unterschiedlichen Hausanschlüssen sitzen können. Durch die echte galvanische Trennung zwischen den Kundenanlagen ist es möglich, Strom „über den Zaun“ zum Nachbarn zu liefern. Die dafür notwendigen „Übertrager“ leisten bis zu 2 kW und ähneln von der Technik her im Prinzip Wechselrichtern. Die Pionierkraftwerke der 3. Generation wurden auf der Intersolar 2026 vorgestellt.
Ich habe Pionierkraft angefragt, ob es denkbar wäre, das dauerhaft kostenlose Pionier-Portal auch auf Prepaid-Lösungen zu erweitern.

WEESS Powertower

Die Firma WEESS (www.weess.com) aus Düsseldorf bietet seit August 2024 mit dem sogenannten „Powertower“ eine Energieverteileinheit mit 6 Gateways für Mieterstromprojekte an. Die Powertower werden dabei vom hauseigenen Stromspeicher („Zugspitze“) gesteuert. Mindestens ein Speicher und ein Wechselrichter der PV-Anlage von WEESS ist erforderlich, damit das System funktioniert, es können aber auch weitere Wechselrichter und Speicher anderer Hersteller eingebunden werden. Der Generalvertrieb erfolgt über die Düsseldorfer Firma MD-ENRGY (www.md-enrgy.de). Die Gateways enthalten jeweils ein Umschaltschütz, das die Haushalte zwischen dem öffentlichen Netz und dem PV-System umschalten kann. Das Funktionsprinzip wurde im PV-Magazine (Mai 2025) anschaulich erklärt.
WEESS ist nach eigenen Angaben bereits in der Lage, Prepaid-Mieterstrom umzusetzen.

BlockStrom

BlockStrom (www.blockstrom.de) ist eine Ausgründung der TU München. Treiber und Initiator ist der emeritierte Informatik-Professor Rudolf Bayer, der im Bereich der Blockchain-Technologie einen internationalen Ruf erworben hat und Träger des Bundesverdienstkreuzes ist. Mit Studenten der TU-München wird das Projekt vorangetrieben: „Unser Ziel ist es, Erzeuger und lokale Verbraucher direkt miteinander zu verbinden – ohne den Umweg über traditionelle Energieversorger. Durch Blockchain-Technologie und intelligente Algorithmen wird das möglich: fair, transparent und automatisiert.“ Was 2024 mit Wallboxen für Nachbarschaft begann wird seit Sommer 2026 zu BlockStrom Mieterstrom weiterentwickelt. Kernkompetenz von Blockstrom ist die Software, die gewährleistet, dass „Jede übertragene Kilowattstunde (…) sofort auf der Blockstrom-eigenen Blockchain gebucht (wird) – manipulationssicher, transparent und rechtskonform.“ Die Steuerung läuft – trotz C-Chain-Technologie – sehr energiesparend – eine Kernkompetenz des Informatik-Lehrstuhls.
BlockStrom hatte bereits für die Ladung von Elektrofahrzeugen erste Erfahrungen mit Prepaid-Zahlungen. Die Adaption auf Prepaid-Mieterstrom erfolgt derzeit.

Weitere Anbieter für Prepaid-Mieterstrom …

… werden ergänzt, sobald ich davon erfahre!

Meine Rolle bei Prepaid-Mieterstrom?

Mein Anliegen ist, dass die riesigen Potentiale für Mieterstrom endlich gehoben werden. Mieterstrom ist wirtschaftlich – für Betreiber und Stromverbraucher, selbst falls die Bundesregierung zum 1.1.2027 die Rahmenbedingungen für PV deutlich verschlechtern sollte. Denn: Mieterstromprojekte erreichen eine sehr hohe „Eigenverbrauchsquote“ des PV-Stroms vom eigenen Dach! Notfalls kann Überschussstrom für die Warmwasserbereitung oder das Laden von Elektrofahrzeugen verwendet werden. [Anm.: noch hoffe ich, dass eine Verschlechterungen des EEG abgewendet werden kann – der PV-Zubau muss weiter beschleunigt werden!]

Ich halte Prepaid-Mieterstrom für die Technologie, die so einfach und unbürokratisch ist, dass die Mieterstrom zum Durchbruch verhelfen kann!

Ich berate Dacheigentümer, WEGs, Hausverwaltungen, PV-Betreiber etc. bei der Umsetzung von Mieterstromprojekten. Ich berate und plane in der Regel im Rahmen der HOAI. Oberstes Ziel ist die Vertretung der Interessen meiner Kunden. Zu diesem Zweck nehme ich ggf. auch Kontakt zu Anbietern auf, um deren Produkte (Hard- und Software) so weiterzuentwickeln und zu optimieren, so dass die Kundenanforderungen optimal erfüllt werden können.

Gerne unterstütze ich Sie bei Ihrem Prepaid-Mieterstromprojekt!

Weitere Schwerpunkte meiner Arbeit sind:

  1. Flächendeckende Hochleistungs-PV über Dachbegrünung
  2. „Cool PV“ bzw. „Cool Roof PV“ – PV für Klimaschutz und Klimaanpassung: eine weiße Dachbeschichtung von zuvor schwarzen Bitumendächern erhöht den PV-Ertrag vertikaler PV-Anlagen und reduziert durch die niedrige Albedo den Wärmeeintrag ins Stadtklima
  3. Konstruktion von klappbaren Brüstungen an PV-Anlagen für Flachdächer


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