Energiepreisanstieg für Haushalte 1991 bis 2014

Es ist ja für Wirtschaftlichkeitsprognosen immer wieder eine spannende Frage, wie stark die Energiepreise für Haushalte in Zukunft ansteigen werden.

Nun sind Prognosen immer schwierig – insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen (Karl Vallentin 😉

Oft werden daher einfach die Werte der Vergangenheit in die Zukunft extrapoliert. Wenn man  sich bewusst ist, dass es vielleicht anders kommen wird, als man denkt, ist das ja ein plausibler Ansatz. Ich habe mal wieder aktuelle Daten des BMWI ausgewertet und komme zu folgendem Ergebnis:

  • Die Lebenshaltungskosten steigen mit ca. 1,6% p. a. (rechte Achse, 2010 = 100%) [Anm.: ich bin überzeugt davon, dass dieser Anstieg in naher Zukunft stark steigen wird, da der Staat sich seit Jahrzehnten immer hoffnungsloser verschuldet und Geld in rauhen Mengen druckt. Die Schulden müssen irgendwann „weginflationiert“ werden. Ausserdem wird „peakoil“ zu einem absehbar starken Energiepreisanstieg aufgrund von Knappheit führen – falls nicht zuvor eine Weltwirtschaftskrise die Nachfrage nach Energie drastisch einbrechen läßt.]
  • Die Strompreise sind im Mittel um ca. 2,8% p. a. gestiegen. Allerdings sind hier zwei Phasen im Laufe der letzten 23 Jahre zu beobachten:
    • 1. Phase: Strommarktliberalisierung in den 90er Jahren: kaum Preisanstieg
    • 2. Phase: starke Strompreissteigerungen aufgrund der Marktbereinigung und der EEG-Umlage, die künstlich durch Industriesubventionen (teilweise unberechtigte und überzogene EEG-Umlagebefreiungen) aufgebläht wurde. In der zweiten Phase war die Strompreisteuerung daher etwa doppelt so hoch (ca. 5-6% p. a.).
  • Die Preise für Erdöl und Erdgas sind deutlich stärker gestiegen, als die Strompreise (übrigens auch Kraftstoffe!): 4 bzw. 6,5% p. a.:

SDR_BMWI_Energiepreisanstieg-Haushalte-1991--2013_150521aho

Nun vermute ich, dass die Strompreise im nächsten Jahrzehnt noch signifikant ansteigen werden, und zwar einerseits aufgrund des weiterhin erforderlichen Ausbaus der Erneuerbaren Energien (auch wenn die derzeitige Bundesregierung diesen so gut wie möglich zu blockieren versucht und somit die dringend erforderliche Energiewende um ein paar Jahre verzögert). Andrerseits ist in den nächsten ein massiver Ausbau von (derzeit noch teurer) Stromspeichern erforderlich und in gewissem Umfang zumindest Ersatzinvestitionen in unsere überalterten Netze und in kleinem Umfang auch für Netzausbau (vor allem in der Verteilnetzebene für EE erforderlich, überregionale Netze werden praktisch nur für Stromhandel über die Grenzen hinweg gebaut).

Ab 2025 erwarte ich jedoch signifikant geringere Strompreissteigerungen (soweit nicht die Teuerung aufgrund der o. g. Staats-Überschuldung und des Gelddruckens ohnehin groß ist), da die EE – hier vor allem auch die weiterhin stromproduzierenden, abgeschriebenen Altanlagen – den Strom dann sehr günstig produzieren können.

Konservativ würde ich mit einem mittleren Strompreisanstieg über die nächsten 20 Jahre von 3% p. a. rechnen. Ich denke aber, dass auch ein Ansatz mit 4 oder 5% durchaus plausibel zu begründen ist!

Ich lebe für das Paradies auf Erden.

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